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Pflanzenwissen

Asplenium scolopendrium: glänzende Blattzungen im Schatten

Glatte, glänzende Blattzungen prägen den Hirschzungenfarn. Seine ungeteilten Wedel stehen in einem Horst und bleiben auch im Winter grün. Asplenium scolopendrium setzt damit einen ruhigen Akzent am schattigen Gehölzrand oder zwischen Steinen. Entscheidend sind kalkreicher Humusboden und eine verlässliche Wasserversorgung während des Anwachsens.

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Blattzungen mit herzförmigem Grund

Die länglichen, glänzenden Wedel sind ledrig und am Grund herzförmig. Ihr Rand kann leicht gewellt sein. Aus der Mitte des Horstes wachsen sie zunächst aufrecht, später biegen sie sich nach außen. Die zungenartige Form erklärt den deutschen Namen.

Der Hirschzungenfarn wird im Garten etwa 30 bis 60 Zentimeter hoch und rund 40 Zentimeter breit. Er wächst horstig und ist langlebig. Seine wintergrünen Blätter sorgen auch in der kalten Jahreszeit für Struktur.

Kalk und Humus für schattige Felsengärten

In Deutschland gehört Asplenium scolopendrium zur heimischen Flora. Seine natürlichen Wuchsorte umfassen luftfeuchte Schluchtwälder und schattige Felsen; auch Mauern und Brunnenschächte können besiedelt werden. Im Garten passen dazu halbschattige bis schattige Plätze am Gehölzrand oder in einer kühlen Steinanlage.

Der Boden sollte kalkreich, schwach alkalisch und humos sein. Eine lockere, durchlässige Struktur lässt überschüssiges Wasser abfließen, während der Wurzelraum frisch bis feucht bleibt. Helle Mittagssonne kann die Wedel schädigen. Auch zwischen Steinen braucht der Farn deshalb eine entsprechend geschützte Pflanzstelle.

Trockener Schatten verlangt zunächst Anwachshilfe

Ein eingewachsener Hirschzungenfarn kann trockenen Schatten vertragen, bevorzugt aber weiterhin frischen bis feuchten Boden. Besonders in der ersten Saison regelmäßig wässern und die Bodenfeuchte prüfen, ohne den Boden zu vernässen.

Eine Mulchschicht hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Auch später lohnt bei längerer Trockenheit ein Blick auf die Bodenfeuchte. Unter Gehölzen bedeutet Schatten allein noch keine ausreichende Wasserversorgung.

Eine klare Blattform für Einzelplätze und Gruppen

Schon eine einzelne Pflanze kann eine schattige Nische prägen. In einer Gruppe wiederholt sich die charakteristische Blattform; zwischen feiner gegliederten Farnen oder anderen Schattenstauden entsteht ein gut sichtbarer Kontrast.

Für eine flächige Pflanzung sind acht Pflanzen pro Quadratmeter ein Richtwert. Die spätere Breite von etwa 40 Zentimetern beschreibt die einzelne Pflanze, keinen verbindlichen Pflanzabstand. Bei Einzelplätzen oder gemischten Pflanzungen richtet sich die Anordnung nach dem verfügbaren Raum und den Nachbarpflanzen.

Die Wedel eignen sich außerdem als Schnittgrün. Für den Garteneindruck ist es sinnvoll, nur einzelne aus dem Bestand zu entnehmen und den Blattschopf stehen zu lassen.

Regelmäßige Streifen zeigen die Sporenlager

Der Hirschzungenfarn bildet keine Blüten und keine Samen. Auf der Unterseite fruchtbarer Wedel sitzen Gruppen von Sporenkapseln, die als Sporenlager oder Sori bezeichnet werden. Sie verlaufen schräg zur Mittelrippe und können als regelmäßige braune Streifen erscheinen. In den Kapseln entstehen die Sporen für die Fortpflanzung.

Diese geordneten Streifen sind kein Anlass für eine Behandlung mit einem Pilzmittel. Unregelmäßige Flecken oder absterbende Blattpartien brauchen dagegen eine eigene Beurteilung. Der Hirschzungenfarn kann empfindlich auf Fungizide reagieren; eine pauschale vorbeugende Behandlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Gesundes Winterlaub erhalten, schadhafte Wedel entfernen

Der Hirschzungenfarn ist winterhart, doch Witterung kann einzelne Wedel schädigen. Abgestorbene oder beschädigte Wedel lassen sich bei Bedarf entfernen. Gesunde grüne Wedel bleiben stehen und erhalten den winterlichen Blattschmuck.

Häufige Fragen zum Hirschzungenfarn

Ist Phyllitis scolopendrium eine andere Pflanze?

Nein. Phyllitis scolopendrium ist ein botanisches Synonym von Asplenium scolopendrium. Der ältere Name kann auf Etiketten und in Gartenbüchern erscheinen. Zusätzliche Sortennamen müssen trotzdem beachtet werden: Sie können Pflanzen mit abweichender Wedelform bezeichnen.

Wie lässt sich der Hirschzungenfarn vermehren?

Wer weitere Pflanzen gewinnen möchte, kann den Horst teilen; eine feste Verjüngungsfrist gibt es dafür nicht. Auch eine Nachzucht aus Sporen ist möglich: Reife Sporen werden unmittelbar nach der Reife bei 15 °C ausgesät. Das ist eine freiwillige Vermehrungsmethode und keine jährlich notwendige Pflege.

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