Große Blätter über der scharfen Wurzel
Armoracia rusticana gehört zu den Kreuzblütengewächsen. Die Staude erreicht etwa 60 bis 150 Zentimeter Höhe und trägt im Juni weiße Blüten. Mit ihrem grünen Laub passt sie in den Kräutergarten und auf Freiflächen; ihre Blüten ergänzen insektenfreundliche Pflanzungen für Bienen und Schmetterlinge.
Die ursprüngliche Heimat liegt vermutlich in Osteuropa. Durch die lange Kulturgeschichte lässt sie sich nicht mehr eindeutig abgrenzen. Bekannt ist Meerrettich vor allem als Würzpflanze: Die typische Schärfe entsteht, wenn die Wurzel zerkleinert wird.
Kräftige Wurzeln brauchen einen festen Platz
Meerrettich breitet sich unterirdisch stark aus. Wo beim Ausgraben Wurzelreste zurückbleiben, können neue Pflanzen entstehen. Wähle deshalb einen Platz, an dem die Staude dauerhaft bleiben darf. Ein großer, tiefer Kübel kann die Ausbreitung begrenzen; eine Garantie gegen entwischte Wurzeln ist er nicht.
Ein sonniger Platz mit frischem, sandig-lehmigem und nährstoffreichem Boden passt zu Meerrettich. Der Boden sollte mäßig sauer und schwach kalkhaltig sein. Frisch heißt ausreichend feucht, ohne dauerhaft gestautes Wasser im Wurzelbereich. Für flächige Pflanzungen dienen drei Pflanzen je Quadratmeter als Richtwert; den späteren Ausbreitungsdrang begrenzt das nicht. Die Winterhärte ist sehr gut.
Im Kübel Wasser und Nährstoffe nachliefern
Halte die Erde im Kübel während des Wachstums gleichmäßig feucht und kontrolliere sie regelmäßig. Im Freiland brauchen frisch gesetzte Pflanzen besonders bei Trockenheit im ersten Jahr Wasser. Eingewachsene Pflanzen kommen meist mit weniger zusätzlicher Bewässerung aus.
Topfpflanzen erhalten vom mittleren Frühjahr bis zum Spätsommer alle paar Wochen Flüssigdünger oder alternativ im Frühjahr einen Granulatdünger. Wähle eine der beiden Möglichkeiten. Etablierte Freilandpflanzen brauchen normalerweise keinen zusätzlichen Dünger.
Entferne abgestorbenes Laub entweder im Spätherbst oder vor dem Neuaustrieb im Frühjahr. Ein Rückschnitt zu beiden Terminen ist nicht nötig; grünes Laub bleibt stehen.
Bei der Herbsternte gleich neue Pflanzen gewinnen
Wer die Würzwurzel nutzen möchte, kann sie im Herbst ernten. Lass junge Pflanzen zunächst einwachsen; aus Wurzelstücken gezogene Exemplare werden üblicherweise erst im zweiten Herbst vorsichtig beerntet. Für eine reine Zierpflanzung ist die Ernte keine notwendige Pflegemaßnahme.
Zur Vermehrung kannst du bei der Herbsternte etwa 15 Zentimeter lange Wurzelstücke abnehmen und eintopfen. Verteile beim Umsetzen oder Bearbeiten des Beets keine übrigen Wurzelstücke auf anderen Flächen: Daraus kann neuer Meerrettich wachsen.
Häufige Fragen zu Meerrettich
Lässt sich Meerrettich auch aussäen?
Ja, wenn keimfähiges Saatgut verfügbar ist. Säe es im Frühjahr in einen Kübel und bedecke es nur leicht. Meerrettich bildet häufig nur wenige Samen; auf eine eigene Samenernte ist daher kein Verlass. Üblicher ist die Vermehrung über Wurzelstücke.
Warum reizt geriebener Meerrettich die Nase?
Beim Zerkleinern werden Zellen verletzt. Dadurch kommen Inhaltsstoffe und Enzyme zusammen, die flüchtiges Senföl entstehen lassen. Es verursacht die charakteristische Schärfe und kann Augen und Nase reizen.
