Fünf blaue Spitzen und eine dunkle Mitte
Fünf zugespitzte Blütenblätter bilden den Stern, dunkle Staubbeutel stehen als Kegel in seiner Mitte. Grüne Blätter und Stängel tragen eine auffällig raue Behaarung. Dieser Gegensatz zwischen feiner Blüte und grobem Laub prägt Borago officinalis.
Borretsch erreicht etwa 50 cm Höhe und blüht von Juni bis August. Dabei entstehen nach und nach neue Blüten. Honigbienen und Hummeln besuchen sie auf der Suche nach Nektar und Pollen. Dieses Angebot bleibt jedoch nicht unter allen Bedingungen gleich: Wasser- und Hitzestress können Blütenbildung und Blütenbesuche verringern.
Platz für raues Laub im sonnigen Kräutergarten
Die Art stammt aus dem westlichen und zentralen Mittelmeerraum. Im Kräutergarten bekommt sie einen sonnigen Platz mit frischem, gut durchlässigem Boden. Frisch bedeutet, dass der Boden Feuchtigkeit hält, ohne dauerhaft nass zu sein. Für die Pflanzung sind zwei Pflanzen je Quadratmeter vorgesehen.
Im Frühjahr lassen sich Jungpflanzen setzen oder die Samen direkt ins Freiland säen. Die Direktsaat erspart späteres Umsetzen: Ältere Borretschpflanzen vertragen das Verpflanzen schlecht. Der Standort sollte deshalb möglichst früh feststehen.
Kräutergartenpflanze mit Grenzen beim Verzehr
Borretsch wird traditionell als Gurkenkraut in der Küche verwendet. Er bildet jedoch Pyrrolizidinalkaloide, darunter Stoffe, die die Leber schädigen können. Die lange Verwendung belegt keine gesundheitliche Unbedenklichkeit.
Eine sichere Verzehrmenge für selbst geerntete Blätter und Blüten wird hier deshalb nicht angegeben; auch Empfehlungen für Salate, Tee oder essbare Dekoration entfallen. Im Kräutergarten kann Borretsch mit seinen Blüten wirken, ohne auf dem Teller zu landen.
Wasser bei Trockenheit, Halt nur bei Bedarf
Eingewachsener Borretsch braucht im Beet meist kein zusätzliches Wasser. In trockenen Phasen können Wassergaben kräftigeres Wachstum fördern. Jungpflanzen und nachrückende Sämlinge werden zum Anwachsen gewässert.
Zusätzlicher Dünger ist im Beet meist entbehrlich. Auf sehr mageren oder sandigen Böden kann eine Düngung im Frühjahr sinnvoll sein; regelmäßige Düngergaben sind keine Standardmaßnahme.
Eine Stütze ist gewöhnlich ebenfalls entbehrlich. Kippt eine Pflanze um, kann sie so gestützt werden, dass sie ihre Nachbarn nicht niederdrückt.
Die ersten Samen warten nicht auf die letzte Blüte
Blüten und reifende Samen können gleichzeitig an einer Borretschpflanze stehen. Wenn die letzten Blüten verwelken, sind aus früheren Blüten womöglich längst Samen ausgefallen. Wer keine Selbstaussaat möchte, kann abgeblühte Pflanzen herausziehen – alle Samen lassen sich damit nicht mehr zurückhalten.
Die Entscheidung fällt also schon während der Blüte: Darf Borretsch Nachwuchs im Beet hinterlassen? Wer die Pflanze bis zur letzten Blüte stehen lässt, muss mit bereits verstreuten Samen rechnen. Wo die nächste Generation aufläuft, ist damit nicht festgelegt.
Neue Sämlinge übernehmen von alten Pflanzen
Borago officinalis lebt einjährig. Später wieder auftauchender Borretsch kann Nachwuchs aus Samen sein, nicht die zurückkehrende alte Pflanze. Regelmäßiger Rückschnitt ist unnötig; verblühte oder unansehnliche alte Pflanzen können entfernt werden.
Nachlassende Pflanzen lassen sich durch neue Sämlinge ablösen. Damit diese zügig wachsen, werden sie gewässert. Das ist ein Generationswechsel, keine Nachblüte derselben Pflanze. Eine weitere Blüte hängt davon ab, wie viel Wachstumszeit und geeignete Witterung den jungen Pflanzen noch bleiben.
Später im Sommer kann Mehltau das Laub beeinträchtigen. Ohnehin abgeblühte, unansehnliche Einjährige lassen sich dann entfernen. Eine vorbeugende Behandlung ist daraus nicht abzuleiten.
Häufige Fragen zu Borretsch
Warum sind manche Borretschknospen rosa statt blau?
Die Knospen können zunächst rosa aussehen; beim Öffnen werden die Blüten blau. Diese Farbfolge gehört zur Blütenentwicklung und weist allein nicht auf eine andere Sorte hin.
Gilt der geringe Gießbedarf auch für Borretsch im Topf?
Nein. Ein Topf hat einen begrenzten Wasservorrat und trocknet schneller aus als ein Beet. Die Erde sollte gleichmäßig feucht bleiben, ohne dass sich Wasser staut. Je nach Wetter und Gefäß kann deutlich häufigeres Gießen nötig sein.
