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Pflanzenwissen

Clematis tangutica: Gelbe Glocken, seidige Samenstände

Die Blüte ist bei Clematis tangutica nur ein Teil des Gartenschmucks. Auf einzeln nickende, gelbe Glocken folgen federige Samenstände, die noch lange an den Trieben auffallen. Die verholzende Waldrebe erreicht etwa fünf Meter und braucht einen Platz, an dem sie klettern darf: an einem hohen Zaun, einer Laube oder in einem Gehölz.

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Von gelben Glocken zu silbrigen Federn

Clematis tangutica blüht über einen langen Zeitraum im Sommer und Herbst. Die Glocken entstehen an den diesjährigen Trieben und hängen einzeln nach unten. Beim Verblühen öffnen sich die gelben Blütenhüllblätter weiter. Aus den Blüten entwickeln sich kleine Früchte mit langen, federigen Anhängseln; gemeinsam bilden sie die auffälligen seidigen Fruchtstände.

Wer diesen zweiten Schmuck sehen möchte, lässt verblühte Triebe stehen. Die Samenstände können über den Herbst hinaus bis in den Winter erhalten bleiben. Das grüne, geteilte Laub mit gezähnten Blättchen wird dagegen im Herbst abgeworfen: Als ganzjähriger Sichtschutz eignet sich diese sommergrüne Art nicht.

Die Waldrebe stammt aus Zentralasien bis China und gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Im Garten eignet sie sich als Bienen- beziehungsweise Schmetterlingsweide. Blühende Triebe lassen sich auch für die Vase schneiden. Wer Blüten an der Pflanze belässt, erhält die Chance auf den späteren Fruchtschmuck.

Fünf Meter Kletterraum für Laube, Zaun oder Gehölz

Für eine einzeln gesetzte Clematis tangutica lohnt es sich, den Platz am Gerüst von Anfang an großzügig zu planen. Hohe Zäune, Lauben und Carports geben der etwa fünf Meter hohen Kletterpflanze Raum; ebenso kann sie in passende größere Gehölze hineinwachsen. Ihre Triebe verholzen mit der Zeit.

An einer glatten Wand findet sie keinen Halt. Ein Rankgerüst mit dünnen Streben oder ein geeignetes Gitter bietet den Blattstielen etwas zum Umschlingen. Junge Triebe zunächst vorsichtig in die gewünschte Richtung führen und bei Bedarf locker anbinden. Die dünnen Triebe können beim Hantieren brechen.

Beim Ranken in einen Baum oder Strauch braucht auch der Pflanzplatz Aufmerksamkeit: Direkt am Stamm ist die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe groß. Die Waldrebe deshalb mit Abstand zur Stammbasis setzen und die Triebe bei Bedarf über eine anfängliche Stütze zum Geäst leiten.

Die Triebe ins Licht, den Wurzelhals in den Schatten

Sonne und Halbschatten passen zu Clematis tangutica, etwa an einer Freifläche mit Rankhilfe oder am Gehölzrand. Der Boden darf trocken bis frisch sein. Für die Pflanzung ist ein frischer, durchlässiger Boden günstig; Trockenheitsverträglichkeit bedeutet nicht, dass eine neu gesetzte Pflanze ohne Wasser auskommt. Die Art wird der Winterhärtezone 5 zugeordnet. Das ist eine Orientierung für die Standortwahl, keine Überlebensgarantie für jede Frostlage.

Den Wurzelhals, also den Übergang zwischen Wurzeln und oberirdischen Trieben, 5–8 cm unter die Bodenoberfläche setzen. Wurzeln und Pflanzenbasis sollen beschattet bleiben. Eine vorgelagerte niedrige Pflanzung kann den Wurzelbereich vor praller Sonne schützen, während die Klettertriebe darüber ins Licht wachsen.

Nach der Pflanzung in trockenen Phasen die Bodenfeuchte kontrollieren und bei Bedarf wässern. Eingewachsene Exemplare brauchen vor allem während längerer heißer Trockenphasen oder auf sehr durchlässigem Boden zusätzliche Aufmerksamkeit. Im fruchtbaren Gartenboden ist keine regelmäßige Düngung nötig.

Kräftiger Frühjahrsschnitt – mit einer Ausnahme im Gehölz

Am Rankgerüst wird Clematis tangutica im Frühjahr auf 30–60 cm über dem Boden zurückgeschnitten. Danach bilden sich die neuen Triebe, an denen sie im Sommer blüht. Der Schnitt begrenzt zugleich das alte Triebgerüst und erleichtert die Führung des neuen Austriebs.

Beim Ranken in Gehölze kann der jährliche Rückschnitt entfallen. Dafür braucht die Waldrebe genügend Raum und einen tragfähigen Baum oder Strauch. Ohne kräftigen Schnitt setzt sich das Wachstum weiter oben fort, und auch die Blüten können sich stärker in die Höhe verlagern.

Schnecken können die Waldrebe schädigen. Deshalb besonders den Austrieb und auffällige Fraßstellen kontrollieren. Das Risiko allein ist kein Anlass für eine vorbeugende Behandlung.

Häufige Fragen zu Clematis tangutica

Ist Clematis orientalis var. tangutica dieselbe Pflanze?

Ja. Clematis orientalis var. tangutica ist ein botanisches Synonym von Clematis tangutica. Daraus folgt jedoch nicht, dass jede als Clematis orientalis angebotene Pflanze diese Art ist. Für die Zuordnung ist der vollständige Name entscheidend.

Lässt sich Clematis tangutica aus Samen ziehen?

Ja, die Art lässt sich durch Aussaat vermehren. Bei einer benannten Sorte ist dagegen nicht zugesichert, dass ihre Sämlinge dieselben Eigenschaften haben. Wer eine bestimmte Sorte erhalten möchte, sollte sich daher nicht auf Samenvermehrung verlassen.

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