Auf den runden Blättern bleibt der Regen liegen
Die hellgrünen Blätter sind rundlich, flach gelappt und am Rand gezähnt. Feine Haare geben ihnen eine weiche Oberfläche. Auf dem wasserabweisenden Laub zerfließt Regen nicht sofort, sondern bleibt in auffälligen Perlen liegen. Das macht die Staude auch ohne Blüten interessant.
Alchemilla mollis gehört zu den Rosengewächsen. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet reicht von Rumänien bis zum Kaukasus; in Deutschland ist sie eingeführt. Die winterharte Staude bildet kräftige Horste. Ihr Laub zieht im Winter ein, im Frühjahr treibt sie wieder aus.
Gelbgrüne Blütenschleier begleiten Rosen
Über dem Blattpolster stehen zahlreiche winzige gelbgrüne Blüten in locker verzweigten Gruppen. Blühend erreicht der Frauenmantel ungefähr 40 Zentimeter Höhe. Seine Hauptblüte liegt meist im Juni und Juli; Standort und Witterung bestimmen, wie lange sie anhält.
Als Einfassung oder in flächigen Gruppen verbindet der Frauenmantel größere Blüten und unterschiedliche Blattformen. Besonders neben Rosen wirkt das lockere Gelbgrün leicht. Die Blütenstiele lassen sich auch für frische oder getrocknete Sträuße schneiden. An den kleinen Blüten können sich auch Schmetterlinge einfinden.
Nach starkem Sommerregen können sich Blütenstiele auf einen Weg legen. In diesem Fall helfen eingesteckte Zweige oder niedrige Bügel. Routinemäßig muss die Staude nicht aufgebunden werden.
Sonne braucht ausreichend Bodenfeuchte
Sonnige bis halbschattige Plätze passen, wenn der Boden frisch bis feucht bleibt und überschüssiges Wasser ablaufen kann. Bei Trockenheit in voller Sonne können die Blätter leiden. Dauerhafte Staunässe ist ebenfalls ungünstig. Der Frauenmantel gedeiht auf sauren, neutralen und kalkhaltigen Böden; entscheidender ist eine ausreichende Wasserversorgung.
Frühjahr und Herbst sind günstige Pflanzzeiten. Im ersten Sommer braucht die Staude regelmäßig Wasser; eingewachsene Beetpflanzen vor allem in Trockenphasen. Eine organische Mulchauflage im Frühjahr hilft, die Feuchtigkeit zu halten. Zusätzlicher Dünger ist normalerweise nicht erforderlich.
Ein Schnitt bringt frisches Laub und weniger Sämlinge
Wo sich der Frauenmantel wohlfühlt, kann er sich reichlich aussäen. Soll der Bestand begrenzt bleiben, werden verblühte Stiele vor der Samenreife entfernt. Schon aufgelaufene Sämlinge verschwinden dadurch nicht. Sie lassen sich im Frühjahr herausnehmen und bei Bedarf umpflanzen.
Ist nach der Blüte auch das Laub unansehnlich geworden, kann die ganze Staude bodennah zurückgeschnitten werden. Anschließendes gründliches Wässern unterstützt den neuen Blattaustrieb. Für eine Weile entsteht dabei eine sichtbare Lücke im Beet. Das Ziel sind frische Grundblätter; eine zweite Blüte ist nicht sicher zu erwarten.
Abgestorbenes Laub darf im Herbst stehen bleiben und Kleintieren Winterquartier bieten. Noch vorhandene Reste werden vor dem neuen Frühjahrsaustrieb entfernt.
Häufige Fragen zu Alchemilla mollis
Woher kommen Tropfen am Blattrand, wenn es nicht geregnet hat?
Die Pflanze kann selbst Wasser an den Blatträndern abgeben. Dieser Vorgang heißt Guttation und tritt besonders bei feuchtem Boden und hoher Luftfeuchtigkeit auf. Nicht jede Wasserperle ist deshalb ein Regentropfen; an einzelnen Tropfen allein lässt sich ihre Herkunft aber nicht sicher ablesen.
Wann lohnt es sich, einen älteren Horst zu teilen?
Zur Verjüngung kann Alchemilla mollis alle paar Jahre im Frühjahr oder Herbst geteilt werden. Junge Randstücke eignen sich zum Weiterpflanzen. Ist die Mitte alt und verholzt, wird sie ausgesondert. Ein fester jährlicher Teilungsrhythmus ist nicht nötig.
Wächst Weicher Frauenmantel auch im Topf?
Ja. Im Gefäß braucht er während der Wachstumszeit regelmäßig Wasser, weil das begrenzte Substrat schneller austrocknet als Gartenboden. Überschüssiges Gießwasser muss ablaufen können.
Ist Frauenmantel eine gute Wahl in einem Garten mit vielen Schnecken?
Sein behaartes Laub wird von Schnecken meist wenig beeinträchtigt. Vollständig vor Fraß oder anderen Pflanzenschäden geschützt ist aber auch diese Staude nicht.
