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Pflanzenwissen

Althaea cannabina: Kleine Blüten auf hohen Stängeln

Rosa Blüten sitzen an langen Stielen zwischen den verzweigten Trieben des Hanfblättrigen Eibischs. Althaea cannabina kann im Garten etwa zwei Meter hoch werden und wirkt dabei locker und leicht. Als hoher Einzelakzent passt die Staude in ein sonniges Beet mit ausreichend Platz und einem Boden, der Feuchtigkeit hält.

In diesem Artikel

Ein hoher Horst mit locker verteilten Blüten

Die aufrechte Staude bildet einen Horst aus kräftigen, verzweigten Stängeln. In Gartenkultur sind etwa 1,5 bis 2 Meter Höhe eine Orientierung; je nach Standort und Entwicklung kann sie kleiner oder größer bleiben. Für die Breite lohnt es sich, ungefähr 80 Zentimeter einzuplanen.

Die kleinen, becherförmigen Blüten erscheinen einzeln oder in kleinen Gruppen an langen Stielen aus den Blattachseln. Ihre Farbe reicht von Rosa bis zu einem lavendelartigen Rosaton; dunklere Adern zeichnen die Blütenblätter. Meist liegt die Blütezeit zwischen Juli und September. Witterung und Standort können Beginn und Ende verschieben.

Die Zwischenräume im verzweigten Wuchs machen den Eibisch als hohen Akzent interessant. Im hinteren Beetbereich oder an einem sonnigen Zaun kann er über niedrigeren Pflanzen blühen, ohne eine geschlossene Fläche zu bilden. Ein einzelner gut entwickelter Horst lässt diese Gestalt bereits erkennen.

Die rosa Blütenschalen bieten Bienen Pollen

Bienen finden in den Blüten vor allem Pollen; Nektar entsteht in mäßiger Menge. In der Mitte sind die Staubfäden zu einer Säule verwachsen, die den Griffel umgibt. Dieses Detail und die dunkleren Adern lohnen einen Blick aus der Nähe.

Hanfähnliche Blätter, Fasern aus den Stängeln

Die grünen, behaarten Blätter sind tief handförmig geteilt: Mehrere schmale Abschnitte gehen von einem gemeinsamen Bereich aus. Die Ähnlichkeit mit Hanf erklärt den deutschen Namen. Der Hanfblättrige Eibisch gehört zur Familie der Malvengewächse.

Früher wurden aus ihren langen Stängeln Fasern für Seile und Papier gewonnen. Heute steht bei uns vor allem die Gartenwirkung im Vordergrund. Das natürliche Areal reicht von Teilen Mittel- und Südeuropas bis nach Nordpakistan; in Deutschland gilt die Art als eingeführt. Im Winter verliert die ausdauernde Staude ihr Laub.

Sonne über dem Horst, Feuchtigkeit an den Wurzeln

Ein nährstoffreicher, frischer bis feuchter Boden in voller Sonne bietet gute Voraussetzungen. „Frisch“ bedeutet hier: Die Erde bleibt ausreichend feucht, ohne dass sich Wasser staut. Sie sollte Wasser speichern und überschüssiges Wasser zugleich abgeben können.

Bei längeren trockenen Phasen richtet sich das Gießen nach der Bodenfeuchte. Die Art verträgt unterschiedliche Kulturbedingungen; daraus folgt jedoch nicht, dass sie überall ohne zusätzliches Wasser auskommt. Ein etwas geschützter Platz erleichtert es, die hohen Triebe aufrecht zu halten.

Als winterharte Staude kann der Hanfblättrige Eibisch dauerhaft im Beet bleiben. Dabei ist ein gut durchlässiger Boden auch im Winter sinnvoll.

Kräftige Stängel brauchen nur selten eine Stütze

Trotz ihrer Höhe kommt die Pflanze meist ohne Stützen aus. Erst wenn Triebe am jeweiligen Standort tatsächlich auseinanderfallen oder kippen, ist eine Stütze sinnvoll. Auch ein bodennaher Rückschnitt nach Ende der Blüte ist möglich, aber keine zwingende Pflegemaßnahme.

Malvenrost kann das Laub beeinträchtigen. Die Anfälligkeit setzt dem Ruf als pflegeleichte Staude eine Grenze, auch wenn nicht jeder Bestand gleich stark betroffen ist. Eine allgemeine Rostfestigkeit sollte man von dieser Art nicht erwarten.

Zwei Fragen zu neuen Eibischpflanzen

Sät sich Althaea cannabina selbst aus?

Selbstaussaat ist möglich. Wie viele Sämlinge erscheinen, hängt vom Standort ab. Unerwünschte Jungpflanzen werden am besten früh entfernt, solange ihre Pfahlwurzeln noch nicht weit entwickelt sind. Horstiger Wuchs bedeutet also nicht, dass die Pflanze ausschließlich am ursprünglichen Platz bleibt.

Wie lässt sich der Hanfblättrige Eibisch vermehren?

Aussaat und Teilung sind möglich. Für eine Teilung bietet sich das Frühjahr an, wenn der Boden gut bearbeitbar ist; das folgt der üblichen Praxis für sommerblühende Stauden. Teilstücke werden zeitnah wieder gepflanzt und während des Einwurzelns ausreichend feucht gehalten. Wer keine weiteren Pflanzen braucht, muss daraus keine regelmäßige Pflegeaufgabe machen.

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