Gelb bis in die Mitte des Blütenköpfchens
Bei der Färberkamille sind sowohl die äußeren Zungenblüten als auch die kleinen Röhrenblüten in der Mitte gelb. Was wie eine einzelne Blüte aussieht, ist also ein Köpfchen aus vielen Einzelblüten. Die ungefüllten, strahlenförmigen Köpfe werden von Insekten besucht.
Die Art ist in Deutschland heimisch. Ihre Geschichte als Färberpflanze erklärt den deutschen Namen; daraus lässt sich jedoch keine Verwendung als Heil- oder Teekamille ableiten.
Feines Duftlaub unter einem buschigen Blütenhorst
Die weichen Blätter sind tief eingeschnitten und fiederartig geteilt. Ihr Graugrün und der aromatische Blattduft prägen die Pflanze auch zwischen den Blüten. Sie wächst buschig und aufrecht in Horsten, die etwa 45–50 cm breit werden.
Mitunter fallen die aufrechten Triebe etwas auseinander. Eine Stütze kann dann helfen; sie ist eine Maßnahme nach Bedarf. Die Blätter werden zum Ende der Vegetationszeit abgeworfen, ohne eine auffällige Herbstfärbung zu entwickeln.
Ein sonniger Steinplatz mit gutem Wasserabzug
Die Färberkamille bevorzugt Sonne und einen trockenen bis frischen Boden. Frisch bedeutet dabei ausreichend Bodenfeuchte, nicht anhaltende Nässe. Ein gut durchlässiger Standort ist wichtig; auch eher magere Böden kommen infrage.
Im Steingarten lässt sich der buschige Horst einzeln oder in kleinen Gruppen einsetzen. Plane seine Breite ein: Eine enge Fuge für niedrige Polsterpflanzen ist für diesen Wuchs keine passende Vorgabe. Die Art ist voll frosthart; guter Wasserabzug bleibt auch im Winter wichtig.
Nach der Blüte Platz für neue Triebe schaffen
Schneide die Färberkamille direkt nach der Blüte kräftig zurück. Das fördert bodennahen Neuaustrieb, der überwintern kann, und soll die Lebensdauer der Staude unterstützen. Es geht damit um mehr als das bloße Entfernen einzelner welker Köpfe.
Während der Blüte können verblühte Köpfchen ausgeputzt werden, um die Blütezeit zu verlängern. Das ist eine Möglichkeit, keine Garantie für eine zweite volle Blüte. Richte den abschließenden Rückschnitt nach dem Abblühen und nicht nach einem starren Kalenderdatum aus.
Neue Färberkamillen durch Teilung oder Basalstecklinge
Wer weitere Pflanzen gewinnen möchte, kann den Horst im Frühjahr teilen. Diese Teilung dient der Vermehrung und ist keine regelmäßig notwendige Verjüngung.
Eine weitere Möglichkeit sind Basalstecklinge vom späten Frühjahr bis zum Frühsommer: Dafür werden junge Triebe aus dem bodennahen Bereich zur Bewurzelung verwendet. Ohne Vermehrungswunsch ist dieser Arbeitsschritt nicht nötig.
Auch die Färberkamille kann Schneckenfraß zeigen
Schnecken können an der Färberkamille fressen; außerdem sind Blattläuse und Mehltau möglich. Kontrolliere auffällige Blätter und Triebe auf die tatsächliche Ursache. Die bloße Möglichkeit eines Befalls ist kein Grund für eine vorbeugende Behandlung.
Häufige Fragen zur Färberkamille
Ist Cota tinctoria dieselbe Färberkamille?
Ja. Cota tinctoria ist ein weiterer botanischer Name für die hier beschriebene Art, die im Gartenhandel häufig Anthemis tinctoria heißt. Es handelt sich dabei nicht um eine zusätzliche Sorte.
Kann sich die Färberkamille selbst aussäen?
An passenden Standorten kann sie sich versamen. Wenn du zusätzliche Sämlinge vermeiden möchtest, entferne die verblühten Köpfe vor der Samenreife. Das ist eine Maßnahme nach Bedarf, kein Hinweis auf eine grundsätzlich problematische Ausbreitung.
