Weiße Kelchhaare zwischen gelben Blüten
Viele kleine Schmetterlingsblüten stehen dicht zu einem Köpfchen zusammen. Ihr Kelch, die äußere Hülle unter den Blütenblättern, ist weiß behaart und etwas aufgeblasen. Das lässt die gelben Köpfe weich eingefasst erscheinen. Die Blütezeit reicht von Mai bis August; Witterung und Standort bestimmen mit, wie lange die Pflanze im einzelnen Garten blüht.
Das blaugrüne Laub begleitet einen polsterartigen, niederliegenden Wuchs. Die Blütenstängel können sich daraus aufrichten. Anthyllis vulneraria umfasst mehrere Unterarten und ist entsprechend variabel; nicht jedes Exemplar bildet genau dieselbe Gestalt aus.
Auf mageren Sonnenplätzen zu Hause
Der in Mitteleuropa heimische Wundklee wächst unter anderem in Trocken- und Halbtrockenrasen. Im Garten braucht er Sonne und einen trockenen bis frischen Boden, aus dem überschüssiges Wasser gut abfließt. Kalkreiche, nährstoffarme Plätze passen zu ihm. Ein üppig gedüngtes Beet ist deshalb nicht das Vorbild für seine Kultur.
Die Winterhärte ist sehr gut. Ein geeigneter Freilandplatz muss trotzdem durchlässig bleiben; Winterhärte macht einen dauerhaft nassen Boden nicht passend. Einen regelmäßigen Düngeplan braucht die magere Pflanzung nicht.
Gelbe Gruppen an offenen Böschungen
Wundklee lässt sich einzeln als kleiner Blickfang oder in Gruppen auf offenen Gartenflächen und Böschungen verwenden. Auch in einem sonnigen Steingarten oder einer mageren, wiesenähnlichen Pflanzung findet er einen passenden Rahmen. Der niederliegende Wuchs bringt die Blüten nahe an den Boden, ohne einen gleichförmigen Teppich zu versprechen.
Für eine flächige Pflanzung kannst du mit 16 Pflanzen je Quadratmeter planen. Wie schnell und dauerhaft sich die Fläche schließt, lässt sich daraus nicht ableiten.
Wundklee ernährt auch Zwergbläulingsraupen
Als Nektarpflanze gehört Wundklee in insektenfreundliche Pflanzungen. Sein Nutzen endet aber nicht beim Besuch der Blüten: Er ist eine wichtige Nahrungspflanze für die Raupen des Zwergbläulings, Cupido minimus. Die Eier werden an den Blüten abgelegt; die Raupen fressen die sich entwickelnden Samen.
Eine Gartenpflanzung sichert deshalb noch keine Ansiedlung dieses Falters. Die Beziehung erklärt aber, warum auch Blüten- und Fruchtstände ökologisch interessant sind und nicht nur die gerade geöffneten gelben Blüten.
Samen ausreifen lassen statt regelmäßig zurückschneiden
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist beim Wundklee nicht erforderlich. Wenn du Samen gewinnen möchtest, lass die Blütenstände ausreifen. Auf passenden Flächen kann sich die Pflanze durch Samen ausbreiten; ein dauerhaft gleicher Bestand ist damit nicht zugesichert.
Zur gezielten Vermehrung ist eine Aussaat im Herbst im Frühbeet möglich. Sie ist eine freiwillige Ergänzung, keine jährlich notwendige Pflegemaßnahme.
Häufige Fragen zu Anthyllis vulneraria
Kann winterharter Wundklee trotzdem kurzlebig sein?
Ja. Winterhärte beschreibt die Widerstandskraft gegen Kälte, nicht die Lebensdauer einer Pflanze. Anthyllis vulneraria kann kurzlebig sein; innerhalb der variablen Art kommen auch mehrjährige Pflanzen vor. Ein einzelnes Exemplar muss deshalb nicht viele Jahre an derselben Stelle erhalten bleiben.
Welcher Abstand entspricht 16 Pflanzen pro Quadratmeter?
Bei einer gleichmäßigen quadratischen Anordnung ergeben sich etwa 25 cm zwischen den Pflanzenmitten. Das ist ein rechnerischer Planungswert: Vier Pflanzenreihen mit je vier Pflanzen ergeben 16 Pflanzen pro Quadratmeter. Für Einzelpflanzen oder locker verteilte Gruppen musst du dieses Raster nicht übernehmen.
