Zum Artikel
Frag den Gärtner
← Zurück zum Pflanzenprofil

Pflanzenwissen

Artemisia campestris: feines Laub für trockene Gartenplätze

Beim Feld-Beifuß fällt zuerst das fein zerteilte Laub auf. Artemisia campestris bringt eine lockere, verzweigte Gestalt in sonnige Freiflächen und Steingärten; seine grünen Blüten bleiben zurückhaltend. Wer eine Pflanze für einen trockenen Platz sucht und keine üppige Blütenschau erwartet, findet hier eine passende Wildstaude mit einer besonderen Rolle als Raupenfutter.

In diesem Artikel

Feine Blattzipfel geben dem Feld-Beifuß seine Gestalt

Die Blätter sind mehrfach tief geteilt und wirken dadurch filigran. Zwischen ihnen verzweigen sich die Triebe; ihre unteren Bereiche können verholzen. Mit einer Wuchshöhe von etwa 30 bis 100 cm ist Feld-Beifuß kein flaches Polster, sondern eine Pflanze, deren lockerer Aufbau Raum braucht.

Das immergrüne Laub macht ihn auch jenseits der Blüte interessant. Für die Gestaltung lohnt es sich, seine Blattstruktur in den Vordergrund zu stellen: Ein einzelnes Exemplar kann zwischen Steinen wirken, in einer offenen Pflanzung ergänzt es gröbere Blattformen. Eine kompakte, gleichmäßig dichte Einfassung sollte man von diesem Wuchs nicht erwarten.

Die späten Blüten wirken aus der Nähe

Von August bis Oktober erscheinen kleine Blütenköpfchen in lockeren Rispen. Ihr grüner Farbton steht nicht im starken Kontrast zum Laub. Die Wirkung entsteht eher aus den verzweigten Blütenständen als aus großen Einzelblüten; Standort und Witterung beeinflussen den tatsächlichen Verlauf.

Der Feld-Beifuß gehört zu den Korbblütlern. Seine Köpfchen bestehen aus kleinen Röhrenblüten; ein auffälliger Kranz aus Zungenblüten fehlt. Deshalb passt er besonders dann, wenn eine Pflanzung durch Formen und feine Strukturen wirken soll.

Offene Sonne und trockener Boden passen zu seiner Herkunft

Artemisia campestris kommt in Europa vor und ist auch in Deutschland heimisch. Zu seinen natürlichen Lebensräumen gehören Trockenrasen, felsige Flächen und trockene sandige Standorte. Für den Garten weist das auf einen sonnigen, gut durchlässigen Platz hin. Dauerhaft feuchte, schattige Beete entsprechen diesem Profil nicht.

Geeignet sind offene Freiflächen und Steingärten, in denen die Pflanze ausreichend Licht erhält. Eine magere, sandige oder steinige Fläche ist die bessere Ausgangslage als ein üppig gedüngtes Beet. Die Trockenheitsverträglichkeit ist eine Stärke; die Winterhärte ist sehr gut. Daraus folgt jedoch keine Garantie für jeden Kübel oder jede nasse Winterlage.

Beim Anwachsen auf Wasser achten, später auf den Platzbedarf

Frisch gesetzte Pflanzen haben den umgebenden Boden noch nicht durchwurzelt. Während des Anwachsens deshalb die Feuchte im Wurzelbereich kontrollieren und bei Trockenheit bedarfsgerecht gießen. Erst etablierte Pflanzen können ihre Trockenheitsverträglichkeit ausspielen.

Mit Dünger zurückhaltend bleiben: Eine üppige Vorratsdüngung passt nicht zum mageren Standort. Für den Schnitt genügt eine vorsichtige Kontrolle im Frühjahr, bei der abgestorbene Triebe entfernt werden. Lebende, verholzte Bereiche stehen lassen; ein radikaler bodennaher Rückschnitt ist keine notwendige Standardmaßnahme.

Der Feld-Beifuß kann sich durch Ausläufer ausbreiten. In kleinen Pflanzungen daher beobachten, ob er benachbarte Plätze einnimmt, und unerwünschten Zuwachs begrenzen. Auch Nachwuchs aus Samen ist möglich. Wer diesen nicht möchte, kann reifende Samenstände entfernen; eine zweite Blüte ist dadurch nicht gesichert.

Raupenfutter, obwohl die Blüten keinen Nektar bieten

Feld-Beifuß wird überwiegend durch den Wind bestäubt und bildet keinen Nektar. Sein Wert für Insekten lässt sich daher nicht allein am Blütenbesuch ablesen: Verschiedene Schmetterlingsraupen nutzen ihn als Nahrung, darunter der Gebänderte Beifußspanner.

Für einen Naturgarten ist das ein anderer Beitrag als eine nektarreiche Blütenpflanze. Ob sich die entsprechenden Falter tatsächlich einstellen, hängt auch von ihrem Vorkommen in der Umgebung und vom übrigen Lebensraum ab. Ein einzelner Feld-Beifuß garantiert keinen Besuch.

Häufige Fragen zum Feld-Beifuß

Duftet Feld-Beifuß kräftig?

Nein, Artemisia campestris ist weitgehend geruchlos. Der Gattungsname Beifuß allein ist kein verlässlicher Hinweis auf aromatisches Laub. Für einen Duftplatz ist diese Art deshalb keine naheliegende Wahl.

Lässt sich Feld-Beifuß aus Samen ziehen?

Ja, Aussaat ist möglich. Das feine Saatgut wird oberflächlich ausgesät. Die Anzucht braucht Aufmerksamkeit bei der Feuchte; die Trockenheitsverträglichkeit erwachsener Pflanzen ist keine Anleitung, Sämlinge austrocknen zu lassen.

Mehr als ein Pflanzenartikel

Wissen ist der beste Dünger.

Im Pflanzenatlas kannst du Pflanzen vergleichen. Im Blütenkalender stellst du ihre Blütezeiten ohne Konto oder Beetprojekt gegenüber.

Unser Pflanzenatlas

Entdecke 3.673 Pflanzenprofile und filtere nach Standort, Wuchs, Blüte, Farbe, Verwendung, Pflege und Winterhärte.

Pflanzenatlas öffnen →

Blütenkalender

Vergleiche Blütezeiten, kombiniere passende Pflanzen und erkenne Lücken im Jahresverlauf.

Blütenkalender öffnen →
Zur Startseite von Frag den Gärtner →

Mehr zur Pflanze erfahren

Im Pflanzenprofil findest du die vorhandenen Angaben zu Standort, Blütezeit, Wuchs, Verwendung und weiteren Merkmalen.

← Zurück zum Pflanzenprofil