Aus einzelnen Pflanzen wird ein silbriger Bestand
Die Triebe des Römischen Wermuts wachsen aus einem unterirdisch weiterziehenden System von Ausläufern. Dadurch bleibt die Pflanze nicht dauerhaft auf den Platz begrenzt, an dem sie eingesetzt wurde. Aus einer kleinen Gruppe kann nach und nach ein größerer Bestand werden.
Einzelstellung und kleine Gruppen passen zu seiner Verwendung. Für eine flächige Pflanzung sind sechs Pflanzen pro Quadratmeter ein Richtwert. Diese Anfangsdichte beschreibt jedoch nicht die spätere Ausdehnung. In einem eng belegten Beet sollten die Ränder des Bestands deshalb für die Pflege gut zugänglich bleiben.
Kontrolliere die Bestandsgrenze und entferne unerwünschte Ausläufer, wenn sie in benachbarte Pflanzbereiche hineinwachsen. Wer zwischen langsam wachsenden Einzelpflanzen dauerhaft scharfe Abstände erhalten möchte, muss diesen Pflegeaufwand bei der Auswahl berücksichtigen.
Sandiger, magerer Boden passt zum Römischen Wermut
Ein sonniger Platz mit trockenem, sandigem und eher nährstoffarmem Boden entspricht seinen Ansprüchen. Entscheidend ist, dass überschüssiges Wasser abziehen kann. Schwere, vernässte Erde passt nicht zu dieser Pflanzung.
Eine sonnige Freifläche oder Felssteppenpflanzung bietet einen passenden Rahmen für das feine Laub. Auch im Winter sollte der Boden nicht anhaltend nass bleiben. Aus dem Wunsch nach kräftigem Wachstum lässt sich hier kein Bedarf an reichlicher Düngung ableiten.
Die gelblichen Blüten bleiben neben dem Laub dezent
Von August bis Oktober können die kleinen gelblichen Blütenköpfchen erscheinen. Sie stehen in Rispen und fallen weniger auf als die silbrige Blattstruktur. Der Zeitraum beschreibt die mögliche Blütezeit, nicht eine zugesicherte Dauerblüte.
Das zierliche Laub lässt sich als Schnittgrün verwenden. Sein mildes Wermutaroma gehört zum Charakter der Pflanze; „mild“ beschreibt dabei den Duft und ist keine Aussage über eine unbedenkliche Verwendung als Lebensmittel.
Herbstschnitt räumt die Triebe ab, begrenzt aber keine Ausläufer
Der alte Aufwuchs kann im Herbst bodennah zurückgeschnitten werden. Das ist eine mögliche Pflegemaßnahme und keine Voraussetzung, die jährlich zwingend erfüllt werden muss.
Der Schnitt oberhalb des Bodens ersetzt nicht die Kontrolle der unterirdischen Ausbreitung. Soll der Bestand kleiner bleiben, müssen die unerwünschten Ausläufer selbst entfernt werden. Zur Vermehrung lässt sich die Pflanze im Frühjahr oder Herbst teilen; daraus folgt keine feste Frist, in der jeder Bestand zur Verjüngung geteilt werden müsste.
Häufige Fragen zu Artemisia pontica
Ist Römischer Wermut eine Nektarpflanze für Schmetterlinge?
Nein. Die Blüten bieten keinen Nektar und werden überwiegend durch den Wind bestäubt. Gelegentlich besuchen auch kurzrüsselige Bienen, Schwebfliegen, Käfer und Fliegen die Blüten. Solche Besuche machen die Pflanze jedoch nicht zu einer Nektarweide für Schmetterlinge.
Ist Artemisia pontica überall in Mitteleuropa heimisch?
Nein. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom östlichen Mitteleuropa bis nach Südsibirien und Nordchina. In Deutschland gibt es etablierte Vorkommen, die floristisch als eingeführt eingeordnet werden. Bei der Auswahl für eine regional heimische Pflanzung reicht der pauschale Begriff „heimisch“ deshalb nicht aus.
Welche Vermehrung ist außer der Teilung möglich?
Als weitere Möglichkeiten kommen halbverholzte Stecklinge im Spätsommer oder die Aussaat im Frühbeet im Herbst beziehungsweise Frühjahr infrage. Das sind Alternativen für die Vermehrung, keine zusätzlichen Pflichtmaßnahmen der jährlichen Pflege.
