Das feine Laub macht den Duft zum Gartenthema
Die schmal gegliederten Blätter verleihen der Wohlriechenden Eberraute eine zierliche Wirkung. Ihre Triebe wachsen aufrecht, die Basis kann verholzen. Damit hat die Pflanze den Charakter eines kleinen Halbstrauchs und nicht den einer niedrigen Polsterstaude.
Ein Platz in der Nähe eines häufig genutzten Gartenbereichs bietet sich an, wenn der Duft Teil des Gartenerlebnisses werden soll. Das ist eine gestalterische Empfehlung, kein Versprechen, dass eine einzelne Pflanze einen ganzen Sitzplatz beduftet. Die alte Kulturpflanze eignet sich außerdem für den Schnitt; belaubte Triebe lassen sich als feines Grün in Sträuße einfügen.
Mit 80 bis 100 Zentimetern wird sie zum aufrechten Akzent
Plane für Artemisia procera etwa 80 bis 100 cm Wuchshöhe ein. Das grüne, immergrüne Laub und die aufrechte Gestalt sprechen für einen gut sichtbaren Einzelplatz zwischen anderen Pflanzen. Der feine Blattaufbau kommt besonders zur Geltung, wenn er nicht von üppigen Nachbarn verdeckt wird.
Als Richtwert für eine flächige Planung gelten vier Pflanzen pro Quadratmeter. Das bedeutet nicht, dass die Eberraute nur in größeren Gruppen wirkt: Auch ein einzelnes Exemplar passt zu ihrem Charakter. Bei gemischten Pflanzungen muss der Platzbedarf der Nachbarn mitbedacht werden.
Im Spätsommer ergänzen kleine gelbliche Blüten das Blattbild
Die Blütezeit liegt im August und September. Die kleinen gelblichen Blüten bleiben optisch zurückhaltend; der Hauptreiz liegt weiterhin in Duft, Laub und Wuchsform. Für einen kräftigen Farbfleck im Spätsommer sind andere Blütenpflanzen die passendere Ergänzung.
Eine besondere Bedeutung als Insektenpflanze ist für dieses Profil nicht ausgewiesen. Sie sollte deshalb nicht allein wegen eines erhofften großen Blütenbesuchs gewählt werden.
Die Eberraute braucht Sonne und einen durchlässigen Wurzelraum
Ein sonniger, trockener Platz mit gut durchlässigem Boden passt zur Wohlriechenden Eberraute. Schweren Boden, in dem Wasser stehen bleibt, sollte man meiden. Entscheidend ist der durchlässige Wurzelraum: Vernässung erhöht das Fäulnisrisiko.
Auch im Winter bleibt der Wasserabzug wichtig. Zugleich ist die Eignung für trockene Plätze keine Aufforderung, eine frisch gesetzte Pflanze beim Anwachsen austrocknen zu lassen. Kontrolliere während dieser Phase die Bodenfeuchte und gieße bei Bedarf; der Boden soll dabei nicht dauerhaft nass bleiben.
Die untersten neuen Triebe zeigen, wie weit zurückgeschnitten wird
Der Rückschnitt erfolgt im mittleren bis späten Frühjahr. Orientiere dich dabei an den untersten neuen Trieben und kürze die älteren Triebe bis dorthin ein. So bleibt der vorhandene Neuaustrieb erhalten; eine feste Zentimeterhöhe würde den unterschiedlichen Pflanzenzuständen nicht gerecht.
Häufige Fragen zur Wohlriechenden Eberraute
Warum findet man Artemisia procera auch unter Artemisia abrotanum?
Artemisia procera Willd. wird botanisch als Synonym von Artemisia abrotanum L. geführt. Im Gartenhandel bleibt der Name Artemisia procera für die Wohlriechende Eberraute gebräuchlich. Der Name allein bezeichnet keine nachgewiesene Sorte.
Wie lässt sich die Wohlriechende Eberraute vermehren?
Eine Möglichkeit sind halbverholzte Stecklinge im Spätsommer: Die verwendeten Triebe sind dann bereits etwas fester, aber noch nicht vollständig verholzt. Auch Aussaat ist möglich. Dass Sämlinge die Eigenschaften einer bestimmten Gartenpflanze unverändert wiedergeben, ist damit nicht zugesichert.
