Ein grüner Teppich, der Zeit zum Wachsen braucht
Die grünen Blätter sitzen dicht über dem Boden und glänzen an ihrer Oberseite. Ihr nierenförmiger Umriss prägt die Pflanzung stärker als die Blüte. Die Haselwurz ist immergrün und sorgt dadurch auch außerhalb des Frühjahrs für Laubwirkung.
Sie breitet sich mit Ausläufern aus, wächst dabei jedoch langsam. Größere Gruppen bis flächige Pflanzungen passen zu diesem Wuchs. Als Planungswert sind zwölf Pflanzen pro Quadratmeter vorgesehen; bis daraus ein zusammenhängender Bestand entsteht, braucht es Geduld.
Kalkreicher Boden für die Waldstaude
Die Gewöhnliche Haselwurz ist eine Wildart Mitteleuropas und eine Pflanze schattiger Wälder. Im Garten eignet sie sich für halbschattige bis schattige Bereiche unter Gehölzen. Ein humoser, durchlässiger Boden passt zu ihr; vorgesehen sind frische, kalkreiche und schwach alkalische Verhältnisse.
Frisch bedeutet, dass im Boden Feuchtigkeit verfügbar bleibt, ohne dass er dauerhaft vernässt. Die Art gilt als trockenheitsverträglich und übersteht zeitweilige trockene Phasen. Für die Standortwahl bleibt ein frischer Boden die Grundlage.
Rotbraune Blüten verbergen sich unter den Blättern
Im März und April erscheinen kleine, glockenförmige, rotbraune Blüten dicht am Boden. Sie liegen unter dem Laub und werden leicht übersehen. Wer genauer hinsieht, entdeckt eine andere Seite dieser vor allem wegen ihrer Blätter gepflanzten Staude.
Pilzmücken können die Blüten bestäuben. Als besondere Insektenweide ist die Haselwurz jedoch nicht ausgewiesen. Auch der Duft verdient eine Einordnung: Die Pflanze besitzt einen pfefferartigen Geruch. Er ist kein Hinweis auf eine Verwendung als Gewürz; die Haselwurz ist giftig.
Im Frühjahr teilen, reife Samen gleich aussäen
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Zur gewünschten Vermehrung lässt sich die Haselwurz im zeitigen Frühjahr teilen. Das ist eine Möglichkeit, weitere Pflanzen zu gewinnen, keine vorgeschriebene Verjüngung in festen Abständen.
Wer die Haselwurz aus Samen ziehen möchte, sät diese unmittelbar nach der Reife in Gefäße. Die Aussaat ist wie die Teilung eine Möglichkeit zur Vermehrung und keine notwendige Pflege des bestehenden Bestands.
Auf Schneckenfraß sollte man achten. Aus der Giftigkeit der Pflanze lässt sich keine Schneckenfestigkeit ableiten.
Häufige Fragen zu Asarum europaeum
Welche Rolle spielen Ameisen bei der Ausbreitung?
Die Samen tragen kleine nährstoffreiche Anhängsel, die Ameisen anlocken. Beim Transport können die Tiere die Samen verteilen. Diese Ausbreitung über Samen kommt neben der vegetativen Ausbreitung mit Ausläufern vor.
