Aus ‘Jack Frost’ wurde ein fast flächig silbriges Blatt
‘Looking Glass’ entstand als Sport von ‘Jack Frost’, also als abweichender Trieb, aus dem eine eigene Sorte hervorging. Während bei ‘Jack Frost’ grüne Blattadern die silbrige Fläche deutlich gliedern, tritt dieses Muster bei ‘Looking Glass’ stark zurück. Das Blatt wirkt dadurch ruhiger und heller.
Im April und Mai kommen blaue Blüten hinzu. Danach bleibt das große Herzlaub der wichtigste Schmuck. Die Sorte wächst horstig: Mehrere Pflanzen können eine bodendeckende Fläche bilden, einzelne Horste oder kleine Gruppen setzen helle Akzente zwischen anderen Schattenstauden.
Die Silberfläche braucht Licht, aber Schutz vor direkter Sonne
Ein geschützter Platz im Halbschatten, möglichst mit ganztägig lichtem Schatten, passt zu dieser empfindlichen Sorte. Der Boden sollte lehmig-humos, locker, mäßig nährstoffreich und mäßig sauer sein. Frisch heißt: Er bleibt feucht, ohne dass sich Wasser dauerhaft staut.
Beim Anwachsen und in Trockenphasen braucht die Pflanze ausreichend Wasser. Unter Gehölzen lohnt deshalb ein Blick auf den Boden: Auch dort kann es im Sommer trocken werden. Volle Sonne ist für ‘Looking Glass’ trotz einzelner Empfehlungen für feucht gehaltene Sonnenplätze keine verlässliche Wahl. Mehr Wasser allein gewährleistet dort kein schönes Laub.
Für silbrige Flächen zählt auch die Wuchskraft
Für eine Flächenpflanzung dienen acht Pflanzen pro Quadratmeter als Orientierung. Daraus lässt sich aber kein schneller Bestandsschluss ableiten: ‘Looking Glass’ zählt unter mitteleuropäischen Sichtungsbedingungen nicht zu den besonders wüchsigen Brunnera-Sorten.
Passende Waldsteinia, Tiarella, Doronicum oder Geranium sind mögliche Nachbarn. Innerhalb dieser Gattungen müssen die jeweiligen Pflanzen zu Licht und Bodenfeuchte passen. Die Sorte eignet sich außerdem als Schnittblume.
Nach der Blüte kann frisches Silberlaub nachwachsen
Ein Rückschnitt nach der Blüte kann neuen Blattaustrieb anregen. Wer Selbstaussaat vermeiden möchte, schneidet rechtzeitig vor der Samenreife. Ältere, unansehnliche Blätter lassen sich auch im Frühjahr und während der Wachstumszeit entfernen. Ziel ist frisches Laub, keine versprochene Nachblüte. Ein stärkerer Nachblüteschnitt kann zudem mit einer etwas geringeren Blüte im Folgejahr verbunden sein.
Wird der Horst zu dicht, kann er im Frühjahr geteilt werden. Gesunde Teilstücke werden neu gepflanzt; ein festes Verjüngungsintervall ist dafür nicht nötig. Im Herbst darf das alternde Laub zum Schutz des Pflanzenzentrums stehen bleiben.
Ausführlichere Grundlagen zu Entwicklung, Boden und allgemeiner Pflege stehen im Pflanzenporträt zu Brunnera macrophylla. Die besondere Sonnenempfindlichkeit von ‘Looking Glass’ bleibt bei der Standortwahl maßgeblich.
Häufige Fragen zu Brunnera ‘Looking Glass’®
Bleibt ‘Looking Glass’ auch im Winter silbrig?
Nein, die Sorte ist sommergrün und zieht im Winter ein. Für eine dauerhaft helle Winterfläche sollte sie deshalb nicht allein eingeplant werden.
Sind die silbrigen Blätter vor Schnecken sicher?
Nein. Schneckenfraß spielt häufig nur eine geringe Rolle, Schäden sind aber möglich. Eine silbrige Blattfarbe ist keine Garantie für unversehrtes Laub.
