Die weißen Blüten ändern den Eindruck des Vergissmeinnichts
Statt des für die Art typischen Blaus trägt 'Mr. Morse' weiße Blüten. Zusammen mit dem Silberlaub entsteht eine helle, zurückhaltende Wirkung. Die horstig wachsende Staude wird etwa 40 cm hoch und eignet sich als Einzelpflanze oder für kleine Gruppen am vorderen Beetrand.
Die Blüte ist eher fein als dicht. In einer mehrjährigen Sichtung an sieben Standorten in Deutschland und Österreich überzeugten die kleinen Blüten und das lange anhaftende Verblühte nur eingeschränkt; die Sorte wurde als Liebhaberpflanze eingeordnet. Ihr Reiz liegt besonders in der Verbindung von weißer Blüte und silbrigem Laub. Die Blätter bleiben nach der Blüte ein Gestaltungselement, ziehen im Herbst aber ein.
Das Silberlaub braucht einen kühlen, frischen Platz
Am besten passt ein halbschattiger Platz mit lehmig-humosem, mäßig nährstoffreichem Boden. Er sollte Feuchtigkeit halten und zugleich durchlässig sein. Trockener Schatten ist keine gleichwertige Alternative; volle Sonne kann die Blätter schädigen.
Neupflanzungen brauchen im ersten Jahr regelmäßig Wasser, eingewachsene Bestände bei langen Trockenphasen zusätzlich. Im Frühjahr jährlich Kompost oder gut verrotteten Mist als Mulch aufbringen. Das unterstützt die Versorgung und hilft, die Bodenfeuchte zu halten. Staunässe sollte trotzdem vermieden werden.
Die Sorte ist winterhart. Schneckenfraß tritt selten auf, ist aber möglich.
Nach der letzten weißen Blüte die Stiele entfernen
Weil Verblühtes länger an den Stielen haften kann, lohnt sich das Ausputzen bei 'Mr. Morse' besonders. Nach dem Verblühen der letzten Blüte die Blütenstiele entfernen. Rechtzeitig vor der Samenreife ausgeführt, begrenzt dies zugleich die Selbstaussaat.
Ein vollständiger Rückschnitt des Laubs ist davon zu unterscheiden und kein jährliches Muss. Nach der Blüte kann er frischen Austrieb fördern. In der Sortensichtung verbesserte ein solcher Schnitt das Sommerlaub; im Folgejahr fiel die Blüte allerdings tendenziell schwächer aus. Eine erneute Blüte im selben Sommer ist damit nicht zugesagt.
Herzblätter und feine Farnwedel ergänzen sich
Für eine flächigere Pflanzung sind etwa acht Pflanzen pro Quadratmeter vorgesehen. Als Partner kommen standortpassende Waldsteinien, Schaumblüten, Gämswurz und Storchschnabel infrage; bei den artenreichen Gattungen müssen Licht- und Bodenansprüche zusammenpassen. Als Gestaltungsidee bieten sich fein gegliederte Farne neben den breiten Herzblättern an. Die Blütenstiele lassen sich auch schneiden.
Ausführliche Informationen zu Entwicklung und Vermehrung findest du im Pflanzenporträt zu Brunnera macrophylla.
Häufige Fragen zu Brunnera 'Mr. Morse'
Muss ich 'Mr. Morse' alle zwei bis drei Jahre teilen?
Nein. Die Teilung dient der gewünschten Vermehrung und ist keine Pflichtverjüngung. Geeignet sind das zeitige Frühjahr oder der Herbst. Für bereits etablierte Pflanzen ist bei gewünschter Teilung ein Rhythmus von zwei bis drei Jahren im Spätherbst eine mögliche Vorgehensweise.
Ist 'Mr. Morse' eine weiß blühende Form von 'Jack Frost'?
Die ähnliche Blattzeichnung macht den Vergleich verständlich, belegt aber keine Abstammung. 'Mr. Morse' wurde 2006 in einer Kultur in Beernem in Belgien entdeckt. Die Eltern sind in der ursprünglichen Sortenbeschreibung als unbekannt angegeben.
Erhalte ich aus Samen wieder dieselbe Blattzeichnung?
Darauf sollte man sich nicht verlassen: Sämlinge von Brunnera-Sorten fallen nicht zuverlässig sortenecht aus. Wer 'Mr. Morse' mit ihren Eigenschaften erhalten möchte, vermehrt eine vorhandene Pflanze durch Teilung.
