Im Juni und Juli lohnt der Blick in die Glocken
Außen weißlich bis hellblau, innen dunkel gemustert: Die Blüten wirken aus einiger Entfernung zurückhaltend. Erst von unten wird die Zeichnung in den hängenden Glocken sichtbar. Wer diese Einzelheiten betrachten möchte, sollte die Pflanze an einem gut zugänglichen Platz einplanen.
Die Blütezeit liegt im Juni und Juli. Grüne Blätter begleiten die Blüten; im Winter zieht die Staude ein. Die Tigerglocke gehört zu den Glockenblumengewächsen. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom östlichen Afghanistan bis in die westliche Mongolei und den westlichen Himalaya.
Horste am Gehölzrand, die sich an Nachbarn anlehnen können
Die Tigerglocke wächst horstig, also mit mehreren Trieben aus einem gemeinsamen Pflanzenstock. Sie passt als Einzelpflanze oder in kleine Gruppen an den Gehölzrand. Für eine flächige Pflanzung sind fünf Pflanzen je Quadratmeter vorgesehen.
Ihre Triebe können sich in benachbarte Sträucher legen. Ein Rankgerüst ist für diese Art nicht grundsätzlich nötig. Wichtig ist ein Platz, an dem kräftige Nachbarn sie nicht überwachsen und die Glocken sichtbar bleiben.
Zur Pflanze gehört auch ein unangenehmer Geruch. Er fällt vor allem aus nächster Nähe an den Blüten oder beim Quetschen der Pflanzenteile auf. Für einen Platz direkt an einer Sitzbank sollte man diese Eigenschaft mitbedenken.
Frischer Boden und Windschutz für die feinen Triebe
Sonne oder Halbschatten kommen infrage. Der Boden soll lehmig-humos, nährstoffreich und gut durchlässig sein. Eine lockere Struktur verbindet dabei Feuchtespeicherung mit Wasserabzug. Verdichteter, dauerhaft nasser Boden passt nicht zu diesen Ansprüchen.
Frisch bedeutet, dass im Wurzelbereich ausreichend Feuchtigkeit verfügbar bleibt, ohne dass Wasser steht. In trockenen Sommerphasen lohnt eine Kontrolle des Bodens; bei Bedarf wird gegossen. Ein trocken fallender Platz unter Gehölzen ist deshalb ebenso ungünstig wie eine nasse Senke. Schutz vor starken Winden gehört ebenfalls zur Standortwahl.
Im Frühjahr kann die Tigerglocke auf sich warten lassen
Ein leer wirkender Pflanzplatz ist im zeitigen Frühjahr noch kein Beleg dafür, dass die Tigerglocke abgestorben ist. Sie kann spät austreiben. Ein kleines Namensschild hilft, den Pflanzplatz wiederzufinden und dort nicht vorschnell nachzupflanzen.
Die Winterhärte ist sehr gut. In kälteren Regionen ist dennoch eine Mulchschicht für den Winter vorgesehen. Abgestorbene Stängel werden im Spätherbst zurückgeschnitten.
Junge Tigerglocken-Triebe auf Schneckenfraß prüfen
Schnecken können die Tigerglocke schädigen. Gerade beim Austrieb sollten die jungen Triebe im Blick bleiben. Eine regelmäßige Kontrolle in dieser Phase hilft, Fraßschäden früh zu bemerken.
Häufige Fragen zur Tigerglocke
Lässt sich Codonopsis clematidea aus Samen ziehen?
Ja. Für eine Frühjahrsaussaat lassen sich die Samen im März in eine Schale mit Anzuchterde säen. Auch eine Herbstaussaat im Frühbeet ist möglich. Bereits gekeimte Jungpflanzen brauchen im Winter Schutz. Eigene Samen ergeben nicht zwingend artreine Nachkommen, wenn andere Codonopsis-Arten in der Nähe blühen und sich einkreuzen.
