Die großen Einzelblüten machen den Unterschied
Die weißen Glocken und ihr Duft bleiben unverkennbar. Gegenüber der Art fällt ‘Fortins Giant’ vor allem durch größere Blüten und höhere Blütenstiele auf. Wer Maiglöckchen wegen ihrer Blütenwirkung pflanzen möchte, findet hier eine Sorte, bei der genau dieses Merkmal im Vordergrund steht.
Die Schnittgeeignetheit macht die hohen Stiele auch für die Vase interessant. Das ist ein zusätzlicher Verwendungszweck, keine Aufforderung, den ganzen Bestand abzuschneiden. Alle Pflanzenteile bleiben giftig; die Blüten eignen sich nicht als essbare Dekoration.
Große Glocken brauchen einen frischen Platz unter Gehölzen
Ein absonniger bis halbschattiger, warmer Platz passt zu ‘Fortins Giant’. Der Boden sollte locker-humos bis lehmig, nährstoffreich und durchlässig sein. Frisch heißt: Der Wurzelbereich hält Feuchtigkeit, ohne dauerhaft unter Wasser zu stehen.
Gerade unter eingewachsenen Gehölzen lohnt es sich, die Bodenfeuchte beim Anwachsen zu prüfen. Trocknet die Erde aus, wird nach Bedarf gewässert. Die Sorte ist keine Wahl für einen ständig austrocknenden Standort. Aus der Robustheit von Maiglöckchen lässt sich keine Zusage ableiten, dass diese großblütige Sorte ohne ausreichende Wasserversorgung gut gedeiht.
Aus einer kleinen Gruppe kann ein größerer Bestand werden
‘Fortins Giant’ wächst kräftig und bildet Ausläufer. Unterirdische Sprosse, sogenannte Rhizome, lassen neue Triebe entstehen. Eine kleine Pflanzgruppe bleibt deshalb nicht zwangsläufig auf ihrem ursprünglichen Platz.
Für die Unterpflanzung von Gehölzen kann diese Entwicklung erwünscht sein. Zwischen schwächeren Stauden sollte sie dagegen eingeplant und kontrolliert werden. Unerwünschte Ausläufer werden entfernt; die Stelle bleibt anschließend unter Beobachtung, weil Rhizomreste erneut austreiben können.
Laubhumus im Herbst statt eines festen Schnittprogramms
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht nötig. Im Herbst wird eine dünne Auflage Laubhumus ausgebracht. Zur Vermehrung lässt sich der Bestand im Herbst teilen; ein festes Verjüngungsintervall ist daraus nicht abzuleiten.
Die Sorte ist winterhart, zieht ihr Laub aber ein. Sie ist somit kein immergrüner Bodendecker. Ausführlichere Hinweise zur allgemeinen Maiglöckchenpflege und zur Begrenzung der Rhizome bietet das Artporträt zu Convallaria majalis.
Großblütig bedeutet beim Maiglöckchen nicht unbedenklich
Blätter, Blüten und mögliche Beeren sind giftig. Bei Pflege und Teilung Handschuhe tragen und verhindern, dass Kinder oder Haustiere Pflanzenteile aufnehmen. Auch ein geschnittener Strauß gehört außer Reichweite neugieriger Kinder und Tiere.
Maiglöckchen nicht mit einem Bärlauchbestand vermischen, aus dem für die Küche geerntet wird. Die Blätter können verwechselt werden; an den Händen haftender Lauchgeruch kann zudem einen Geruchstest verfälschen. Bei unklarer Bestimmung nichts verzehren. Nach dem Verschlucken von Maiglöckchenteilen unmittelbar ein Giftinformationszentrum kontaktieren.
‘Fortins Giant’ und ‘Géant de Fortin’: zwei Namen beim Pflanzenkauf
Ist ‘Géant de Fortin’ eine andere Maiglöckchensorte?
‘Fortin’s Giant’ wird als Synonym von ‘Géant de Fortin’ geführt. Im Handel begegnet außerdem die Schreibweise ‘Fortins Giant’. Diese Namen bezeichnen hier dieselbe Sortenzuordnung, nicht drei unterschiedliche Blütenformen. Beim Kauf sollten dennoch der vollständige botanische Name und das Sortenetikett zusammenpassen.
