Vier Blütenblätter in Lila, Rosa oder Weiß
Das Wiesen-Schaumkraut gehört zu den Kreuzblütlern. Seine Einzelblüten tragen vier Blütenblätter; meist sind sie lila, seltener rosa oder weiß. Die mehrjährige Pflanze wird etwa 10 bis 60 Zentimeter hoch. Ihre aufrechten, hohlen Stängel tragen den lockeren Blütenstand über dem Laub.
Die grünen Blätter sind gefiedert, also aus mehreren Teilblättchen aufgebaut. An den Grundblättern ist das rundliche Endblättchen deutlich größer als die seitlichen. Diese Blätter bilden am Boden eine Rosette.
Ein feuchter Wiesenplatz – oder humusreicher Schatten
In Mitteleuropa ist das Wiesen-Schaumkraut heimisch. Frische bis feuchte Wiesen gehören zu seinen Lebensräumen, ebenso lichte Laub- und Auenwälder. Für die Gartenplanung eignet sich ein sonniger Platz mit frischem bis feuchtem Boden. Frisch bedeutet dabei, dass der Boden nicht dauerhaft austrocknet.
Auch Halb- oder Vollschatten kommt für die Kultur infrage, sofern die Erde humusreich und feucht ist. Ein trockener Platz unter Gehölzen ist damit nicht gemeint. Zugleich braucht die zierliche Staude Raum zwischen ihren Nachbarn: Hoch aufragender, dichter Bewuchs kann sie verdrängen. Kleine Gruppen passen in eine naturnahe Pflanzung; ihre Blüten dienen Bienen und Schmetterlingen als Nahrung.
Die Bodenfeuchte zählt mehr als ein regelmäßiger Schnitt
Im Sommer und bei ausbleibendem Regen sollte ausreichend gewässert werden, damit der Boden nicht austrocknet. Wie viel Wasser nötig ist, richtet sich nach dem Standort und der vorhandenen Feuchte; ein fester Gießrhythmus lässt sich daraus nicht ableiten. Milde Herbsttage eignen sich zum Pflanzen.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Nach der Blüte kann zurückgeschnitten werden, er ist aber keine zwingende Pflegemaßnahme. Daraus folgt auch kein Versprechen auf eine zweite Blüte.
Blattläuse und Erdflöhe können auftreten. Ein möglicher Befall bedeutet nicht, dass vorsorglich behandelt werden muss. Erst die tatsächlich beobachteten Schäden geben Anlass, genauer hinzusehen.
Neue Pflanzen können sogar an Blättern entstehen
Neben der Vermehrung durch Samen und Teilung besitzt das Wiesen-Schaumkraut eine ungewöhnliche Möglichkeit: An seinen Blättern können kleine Jungpflanzen entstehen. Das wird nicht in jedem Bestand beobachtet und ist keine verlässliche Zusage für jede Gartenpflanze.
Wer die Staude gezielt vermehren möchte, kann sie im Spätsommer teilen und die abgetrennten Stücke an einem anderen feuchten Platz einsetzen. Das ist eine Möglichkeit zur Vermehrung, kein vorgeschriebener Turnus zur Verjüngung.
Häufige Fragen zum Wiesen-Schaumkraut
Was kann der weiße Schaum am Stängel sein?
Schaumklümpchen können die schützende Hülle von Schaumzikadenlarven sein. Der Schaum wird dann von den Insekten gebildet, nicht von der Pflanze. Aus einem weißen Belag allein lässt sich allerdings keine sichere Diagnose ableiten.
