Federartige Triebe schweben im Wasser
Das auch Raue Hornblatt genannte Ceratophyllum demersum ist eine mehrjährige Wasserpflanze ohne echte Wurzeln. Die Blätter stehen in Wirteln, also ringförmig um den Stängel. Ihre schmalen, gabelig geteilten Abschnitte lassen das dunkelgrüne Laub federartig wirken.
Die Triebe schweben im Wasserkörper und können dort ausgedehnte Matten bilden. Sie sind keine Schwimmblätter, die auf der Oberfläche aufliegen. In Deutschland gehört die Art zur heimischen Flora; natürliche Vorkommen liegen unter anderem in stehenden und langsam fließenden, nährstoffreichen Gewässern.
Blassgrüne Blüten bleiben zwischen den Blättern
Von Mai bis Juli erscheinen kleine blassgrüne Blüten in den Blattachseln. Sie sind unscheinbar. Den sichtbaren Charakter der Pflanze prägen daher vor allem die dicht gegliederten grünen Triebe, nicht ein farbiger Blütenschmuck über dem Wasser.
Ins Wasser setzen, nicht in die Ufererde
Ein sonniger Teichplatz ist geeignet; die Kultur ist auch im Halbschatten bis Schatten möglich. Hornblatt kann in Wasser bis 150 Zentimeter Tiefe frei schwimmen. Gemeint ist die Tiefe des Wassers, nicht die Erdüberdeckung oder die Position eines getopften Wurzelballens. Für frei schwimmende Sprossstücke ist keine terrestrische Bodenpflanzung vorgesehen.
Die Standortangabe „nass“ bezeichnet bei dieser Art die dauerhafte Wasserkultur. Sie ist keine Empfehlung für eine Pflanzung in feuchte Gartenerde. Das angegebene pH-Spektrum reicht von sauer bis alkalisch.
Zehn Zentimeter Höhe sind keine Pflanztiefe
Als Größenangaben stehen 10 Zentimeter Wuchshöhe und 100 bis 150 Zentimeter Wuchsbreite. Die Höhenzahl sagt hier weder, wie tief das Wasser sein soll, noch wie lang ein einzelner Trieb wird: Untergetauchte Sprosse können bis etwa einen Meter Länge erreichen.
Für die Platzwahl zählt deshalb das ausgedehnte Unterwassergrün. In einem kleinen Gefäß kann es mehr Raum beanspruchen, als die niedrige Höhenangabe erwarten lässt.
Keine jährliche Schnittpflicht, aber Platz für die Matten
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Beanspruchen die Matten zu viel Raum, lässt sich ein Teil des Bestands gezielt entnehmen. Diese Begrenzung richtet sich nach der Entwicklung im jeweiligen Teich; einen festen jährlichen Schnitttermin braucht es dafür nicht.
Aus Sprossstücken können weitere Pflanzen entstehen. Entferntes Hornblatt und seine Bruchstücke sollten deshalb nicht in Bäche, Seen oder andere freie Gewässer gelangen. Die heimische Herkunft ist kein Grund, Gartenbestände dort auszubringen.
Winterknospen überdauern im Bodenschlamm
Das sommergrüne Hornblatt zieht im Winter ein. Seine Triebe gehen zurück, während besondere Überwinterungsknospen im Bodenschlamm erhalten bleiben und im Frühjahr weiterwachsen. Das erklärt, wie eine mehrjährige Wasserpflanze im Winter scheinbar verschwinden kann.
Die Winterhärte ist mit H4 angegeben, entsprechend etwa −10 bis −5 °C. Diese Einstufung beschreibt keine zulässige Wassertemperatur und ist keine Zusage für ein vollständig durchfrierendes Kleingefäß. Die Überwinterung im Teich lässt sich daher nicht allein aus einer Lufttemperaturzahl ableiten.
Häufige Fragen zu Ceratophyllum demersum
Wie lässt sich Hornblatt gezielt vermehren?
Bei gewünschter Vermehrung lassen sich Stammstücke schneiden und frei im Wasser schwimmen lassen. Sie werden nicht wie Stecklinge einer Landpflanze in Anzuchterde gesetzt. Das Schneiden dient hier der Vermehrung, nicht einer notwendigen Verjüngung.
Sorgt Hornblatt zuverlässig für klares und sauerstoffreiches Teichwasser?
Hornblatt kann bei Licht durch Fotosynthese Sauerstoff an das Wasser abgeben. Sein Unterwassergrün bietet außerdem Wassertieren Deckung. Die Sauerstoffleistung hängt von den Bedingungen ab; dauerhaft klares Wasser und eine jederzeit ausreichende Sauerstoffversorgung sind damit nicht garantiert. Die übrige Teichpflege bleibt deshalb wichtig.
