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Pflanzenwissen

Heuduft aus kleinen Horsten: Anthoxanthum odoratum

Den besonderen Reiz von Ruchgras entdeckt man beim Trocknen: Sein Duft erinnert an frisches Heu. Anthoxanthum odoratum bildet etwa 30 cm hohe Horste und passt in sonnige Freiflächen, lockere Gruppen und Steingärten. Der einzelne Horst ist kurzlebig; Nachwuchs aus Samen kann den Bestand erhalten.

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Der Heuduft steckt im Gras

Den charakteristischen Heugeruch verursacht der Inhaltsstoff Cumarin. Er fällt besonders an getrocknetem Pflanzenmaterial auf. Ruchgras ist deshalb eine Duftentdeckung am getrockneten Gras, keine Pflanze für einen kräftigen Blütenduft.

Ruchgras wurde früher Saatmischungen für Dauerweiden beigegeben, weil sein Geruch zum vertrauten Eindruck von Heu gehörte. Im Garten lässt sich dieser Duft an einer kleinen, zurückhaltenden Wildgrasart kennenlernen.

Gelblich-braune Blüten über immergrünen Horsten

Anthoxanthum odoratum ist eine Wildart, die auch in Mitteleuropa vorkommt, und gehört zu den Süßgräsern. Sie bildet Horste, also Büschel dicht beieinanderstehender Triebe. Das Laub ist immergrün. Über ihm erscheinen die gelblich-braunen Blütenstände; die Blütezeit liegt im Zeitraum Mai bis August.

Mit etwa 30 cm Höhe kann Ruchgras den Wiesencharakter einer Pflanzung unterstreichen. Es eignet sich für Gruppen auf Freiflächen und für den Steingarten. Dabei prägen die Halme und die zurückhaltenden Blütenfarben das Bild.

Sonnig und trocken – beim Anwachsen trotzdem gießen

Der passende Gartenplatz ist sonnig und trocken. Auch ärmere Wiesenstandorte gehören zum natürlichen Lebensraum. Dauerhaft vernässten Boden verträgt Ruchgras nicht; eine nasse Mulde ist deshalb kein geeigneter Pflanzplatz.

Während der ersten Wachstumsperiode die Wasserversorgung regelmäßig prüfen und bei Trockenheit gießen – besonders bei heißem Wetter. Auch an einem trockenen Gartenplatz braucht die frisch gesetzte Pflanze diese Aufmerksamkeit. Wann Wasser nötig ist, richtet sich nach den Bedingungen vor Ort.

Die Winterhärte ist sehr gut. Ein dauerhaft nasser Standort bleibt trotzdem ungeeignet.

Selbstaussaat hält kurzlebige Horste im Bestand

Ein einzelner Horst ist kurzlebig. Soll Ruchgras länger in der Pflanzung vertreten sein, kann die Selbstaussaat für Nachwuchs sorgen. Dann werden Samenstände bis zur Reife stehen gelassen. Horstiger Wuchs bedeutet nämlich nicht, dass neue Pflanzen nur unmittelbar neben der Mutterpflanze erscheinen.

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht nötig. Auch das Aussamenlassen ist eine bewusste Entscheidung für den Bestandserhalt. In einer Pflanzung mit fester Anordnung kann der Nachwuchs dagegen unerwünscht sein; die mögliche Versamung gehört deshalb schon in die Planung.

Wer Ruchgras gezielt vermehren möchte, kann es im Frühjahr oder Herbst aussäen.

Häufige Fragen zu Anthoxanthum odoratum

Hat Ruchgras einen Nutzen für Insekten, obwohl es keine Bienenweide ist?

Ruchgras wird vom Wind bestäubt und ist keine Bienenweide. Davon zu unterscheiden ist seine Funktion als Raupenfutter: Es gehört etwa zu den Nahrungspflanzen der Raupen des Großen Ochsenauges. Das ist eine andere ökologische Beziehung als der Besuch einer nektarreichen Blüte und garantiert keine Falterbeobachtung im eigenen Garten.

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