350 Zentimeter Höhe – die Halme prägen das Bild
Mit einer Wuchshöhe von 350 Zentimetern überragt das Pfahlrohr viele Beetpflanzen. Die kräftigen Halme erinnern an Bambus; daran sitzen lange, graugrüne bis blaugrüne Blätter, deren Spitzen sich nach außen neigen. So entsteht eine aufrechte, zugleich locker überhängende Gestalt.
Der Blütezeitraum ist Juli bis August. Die Blüten stehen in Rispen an den Halmenden. Eine regelmäßige Blüte lässt sich in mitteleuropäischen Gärten jedoch nicht voraussetzen. Für die Gestaltung sind deshalb vor allem die Halme und das Laub entscheidend: Sie geben der Pflanzung über längere Zeit Struktur.
Sonne und Raum für einen kräftigen Bestand
Ein sonniger, vor starken Winden geschützter Platz passt zum Pfahlrohr. Der Boden sollte mäßig sauer sowie frisch bis feucht sein, also auch während des Wachstums genügend Wasser bereithalten. In einem großzügigen Beet lässt sich das hohe Gras als Hintergrund oder einzeln als Blickfang einsetzen.
Als Pflanzdichte ist eine Pflanze pro Quadratmeter vorgesehen. Dieser Wert beschreibt die Anlage der Pflanzung, nicht die Fläche, auf die sich ein älterer Bestand dauerhaft beschränkt. Für schmale Beete und kleine Gärten ist das starkwüchsige Pfahlrohr daher keine gute Wahl.
Die Ausläufer wachsen über den Pflanzplatz hinaus
Pfahlrohr breitet sich über unterirdische Sprosse aus, die Rhizome heißen. Entferne unerwünschte Ausläufer, sobald ihre Austriebe außerhalb der vorgesehenen Fläche erscheinen. Auch eine kompakte Jungpflanze kann sich später weit über ihren ursprünglichen Pflanzplatz hinaus ausbreiten.
Auch abgetrennte Rhizomstücke können wieder anwachsen. Sie gehören deshalb nicht an Gewässerränder oder in die freie Landschaft. Eine Pflanzung unmittelbar an natürlichen Gewässern ist wegen dieser Ausbreitungsmöglichkeit nicht empfehlenswert. Verwilderte Vorkommen sind auch aus Südwestdeutschland dokumentiert.
Im Beet organisch düngen, im Kübel regelmäßig versorgen
Frisch gepflanztes Pfahlrohr braucht während des Anwachsens eine ausreichende Wasserversorgung. Im Beet wird im Frühjahr organisch gedüngt.
Für die Kübelkultur gelten andere Pflegerhythmen: Während des Wachstums darf der Ballen nicht vollständig austrocknen. In der aktiven Wachstumsphase erhält das Gras alle zwei Wochen Flüssigdünger. Für die Menge gelten die Angaben des verwendeten Düngers. Auch im Gefäß bleibt die Art eine große Pflanze und ist keine Lösung für einen engen Stellplatz.
Horste ab drei Jahren bei Vermehrungswunsch teilen
Wer weiteres Pfahlrohr vermehren möchte, kann einen mindestens dreijährigen Horst im Frühjahr teilen. Gemeint ist eine freiwillige Vermehrungsmaßnahme, keine Pflicht, die Pflanze alle drei Jahre zu verjüngen.
Junge Wurzelstöcke vor Kälte schützen
In kalten Gegenden werden junge Wurzelstöcke vor dem Winter dick mit Laub oder Stroh abgedeckt. Dieser Schutz ist eine Vorsorgemaßnahme und keine Garantie, dass das Pfahlrohr jeden Frost übersteht. Mit dauerhaft grünem Sichtschutz sollte man ebenfalls nicht rechnen.
Trockene und frostgeschädigte Halme werden im Frühjahr zurückgeschnitten. Bei der Arbeit sind Handschuhe sinnvoll, denn die rauen Blattränder können die Haut verletzen.
Häufige Fragen zu Arundo donax
Ist Pfahlrohr eine Bambusart?
Nein. Die ähnlichen Halme täuschen: Pfahlrohr gehört zur Gattung Arundo innerhalb der Süßgräser. Der botanische Name Arundo donax hilft, es beim Kauf von Bambus und anderen als Schilf bezeichneten Gräsern zu unterscheiden.
Stammt Pfahlrohr ursprünglich aus dem Mittelmeerraum?
Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Asien. Im Mittelmeerraum ist es weit verbreitet, doch diese heutige Verbreitung ist nicht mit seiner ursprünglichen Herkunft gleichzusetzen.
