Die späte Blüte fällt noch in den Sommer
‘Tardiflora’ gehört zu den später blühenden Waldschmielen. Ihre Blütezeit liegt zwischen Juni und August; der spätere Beginn ist also im Vergleich zu früheren Sorten dieser Art zu verstehen. Die Auslese geht auf Karl Foerster zurück.
Die lockeren Rispen bestehen aus vielen kleinen Blüten an fein verzweigten Stielen. Ihre silbrigen bis braunen Töne sind zurückhaltend; ins Auge fällt vor allem das leichte Geflecht über dem grünen Blattschopf. Als Orientierung gelten etwa 80 cm Höhe und 50 cm Breite. Wie groß die Pflanze tatsächlich wird, hängt auch vom Standort und ihrer Entwicklung ab.
Feine Rispen neben breiten Blättern
Neben breitblättrigen Stauden fällt die feine Verzweigung des Grases besonders auf. Eine kleine Gruppe von ‘Tardiflora’ kann diesen Kontrast im Beet wiederholen. Vier Pflanzen pro Quadratmeter sind ein Orientierungswert; im gemischten Beet richtet sich die Verteilung auch nach dem Platzbedarf der Nachbarn.
‘Tardiflora’ passt auf frische bis feuchte Freiflächen und an Gehölzränder. Sonne, Halbschatten und Schatten kommen als Lichtverhältnisse infrage. Für die Pflanzung sind sonnige bis halbschattige Plätze mit frischem bis feuchtem, durchlässigem Gartenboden besonders naheliegend. Der Boden sollte also nicht regelmäßig austrocknen.
Ein Kiesbeet ersetzt keine Wasserversorgung
Auch sonnige trockene Freiflächen und Kiesbeete zählen zu den möglichen Einsatzbereichen. Die Wasserversorgung muss dort dennoch stimmen: Aus dieser Zuordnung lässt sich keine Eignung für dauerhaft ausgedörrte Böden ableiten. Maßgeblich ist die Feuchtigkeit im durchwurzelten Gartenboden.
In der ersten Wachstumsperiode wird die Wasserversorgung regelmäßig geprüft. Bei Trockenheit ist Gießen nötig, besonders bei heißem Wetter. Das gilt auch dann, wenn eine Kiesoberfläche den Gartenboden bedeckt.
Vor der Samenreife fällt die Entscheidung über den Schnitt
‘Tardiflora’ kann sich selbst aussäen. Wo keine neuen Sämlinge erwünscht sind, werden die Blütenstände vor der Samenreife entfernt. Dieser Schnitt ist eine gezielte Maßnahme gegen Selbstaussaat und keine Pflicht für jede Pflanzung.
Bleiben die Rispen bis zur Reife stehen, kann ihre Struktur die Pflanzung weiter schmücken. Dabei muss jedoch mit möglichen Jungpflanzen gerechnet werden. Wer Selbstaussaat vermeiden will, entscheidet sich deshalb rechtzeitig für den Schnitt und verzichtet auf diesen späteren Schmuck.
Nach den Rispen bleibt der wintergrüne Horst
Der wintergrüne Blattschopf bleibt nach der Blüte ein Teil des Pflanzbildes, kann sich im Winter aber verfärben. Verbliebene alte Halme werden im zeitigen Frühjahr vor dem neuen Wachstum bodennah abgeschnitten.
Mehr über Entwicklung und allgemeine Pflege steht im Pflanzenporträt zur Art Deschampsia cespitosa.
Häufige Fragen zu Waldschmiele ‘Tardiflora’
Wie vermehre ich ‘Tardiflora’, wenn die Sorte erhalten bleiben soll?
Eine vorhandene Pflanze lässt sich im Frühsommer teilen. So wird die Sorte vegetativ, also aus Teilen der Mutterpflanze, vermehrt. Die Teilung ist freiwillig und muss nicht jährlich erfolgen. Sämlinge sind dagegen nicht automatisch sortenecht und sollten nicht ungeprüft als ‘Tardiflora’ weitergegeben werden.
